Du sitzt abends auf dem Sofa, das Kind schläft endlich, und plötzlich ist sie da, diese Frage: Wie soll mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit eigentlich aussehen? Nicht theoretisch. Nicht irgendwann. Sondern ganz konkret zwischen Frühdienst, Kita-Zeiten, Haushalt und dem Wunsch, beruflich nicht wieder im alten Hamsterrad zu landen.
Gerade in der Pflege ist diese Rückkehr selten nur eine Formalität. Viele examinierte Pflegefachkräfte denken nicht nur an den ersten Arbeitstag, sondern an alles, was vorher schon belastet hat: dauernde Einspringdienste, Überstunden, ein Dienstplan, der sich mehr nach Personalmangel als nach Familie richtet, und das Gefühl, fachlich alles zu geben, aber dafür zu wenig zurückzubekommen. Genau deshalb ist der Wiedereinstieg nach der Elternzeit nicht nur Rückkehr. Er ist oft eine ehrliche Standortbestimmung.
Wenn du gerade zwischen Vorfreude, Respekt und Zweifel schwankst, bist du damit nicht allein. Die gute Nachricht ist: Du musst nicht einfach in alte Muster zurück. Du kannst deinen Wiedereinstieg bewusst planen, deine Rechte nutzen und sehr klar prüfen, ob dein bisheriger Arbeitsplatz überhaupt noch zu deinem Leben passt.
Inhaltsverzeichnis
- Die Ruhe vor dem Sturm oder die Chance auf einen Neustart
- Deine Rechte als Mutter und Fachkraft kennen und nutzen
- Dein Fahrplan für einen stressfreien Wiedereinstieg
- Das Gespräch mit dem Arbeitgeber souverän meistern
- Neue Wege gehen statt alter Kompromisse
- Organisation ist alles Kinderbetreuung und Weiterbildung
Die Ruhe vor dem Sturm oder die Chance auf einen Neustart
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Die Elternzeit war intensiv, schön, chaotisch, manchmal auch kräftezehrend. Und obwohl der Klinik- oder Heimalltag eine Weile weg war, kommen die Erinnerungen plötzlich sehr schnell zurück. Die Übergaben unter Zeitdruck. Das Einspringen am freien Wochenende. Die Schicht, die wieder länger wurde als geplant. Und dann die Frage, ob du genau dorthin wirklich zurückwillst.
Viele Pflegefachkräfte erleben in dieser Phase einen inneren Konflikt. Einerseits willst du wieder arbeiten, fachlich drin sein, dein eigenes Geld verdienen und nicht nur funktionieren. Andererseits spürst du sehr klar, dass dein altes Arbeitsmodell oft nicht mehr zu deinem heutigen Leben passt. Das ist kein Zeichen von Unsicherheit. Das ist ein gesunder Realitätscheck.
Warum gerade jetzt viele neu entscheiden
Die Elternzeit verändert nicht nur den Tagesablauf, sondern auch den Blick auf Arbeit. Plötzlich ist nicht mehr nur wichtig, ob du einen Job hast, sondern wie du arbeitest. Passt der Dienstplan zu deiner Familie? Ist die Bezahlung fair? Bekommst du Rückhalt, wenn Betreuung ausfällt? Oder sollst du einfach wieder nahtlos funktionieren?
Dass viele Frauen den Wiedereinstieg nach der Elternzeit für eine echte Neuentscheidung nutzen, zeigt auch eine Erhebung von Stepstone: In Deutschland wechseln 35 % der Frauen nach der Elternzeit ihren Arbeitgeber, in Großbritannien sind es 11 %. Nur 48 % kehren in ihre alte Position zurück (Analyse zur Rückkehr nach der Elternzeit in Deutschland und Großbritannien). Diese Zahlen passen sehr gut zu dem, was ich aus Gesprächen mit Pflegekräften kenne: Die Elternzeit ist oft der Moment, in dem man alte Kompromisse nicht mehr schönredet.
Du musst nach der Elternzeit nicht beweisen, dass du wieder alles aushältst. Du darfst prüfen, was für dich noch tragbar ist.
Woran du früh erkennst, dass der alte Job nicht mehr passt
Ein Wiedereinstieg nach der Elternzeit wird meistens dann schwer, wenn du innerlich längst weisst, dass du eigentlich nur aus Pflichtgefühl zurückgehst. Achte auf diese Signale:
- Du denkst zuerst an Belastung statt an Vorfreude. Wenn beim Gedanken an die Rückkehr sofort Überstunden, Personalmangel und Stress auftauchen, ist das ernst zu nehmen.
- Dein Familienalltag wäre ständig auf Kante genäht. Ein Modell, das nur funktioniert, wenn nie jemand krank wird, ist kein stabiles Modell.
- Du erwartest wenig Unterstützung. Wer schon vor der Rückkehr das Gefühl hat, sich jede Kleinigkeit erkämpfen zu müssen, startet mit unnötigem Druck.
- Du willst fachlich arbeiten, aber nicht mehr um jeden Preis. Das ist kein Rückzug. Das ist berufliche Reife.
Neustart statt schlechtes Gewissen
Viele Kolleginnen bremsen sich selbst mit einem Satz: „Ich sollte doch froh sein, überhaupt zurückkehren zu können.“ Nein. Du bist examinierte Pflegefachkraft mit Berufserfahrung. Du bringst Qualifikation, Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein mit. Gerade deshalb solltest du beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit nicht kleiner denken als nötig.
Wenn du diese Phase als Neustart nutzt, wird aus Unsicherheit oft Klarheit. Nicht jede Rückkehr muss ein radikaler Wechsel sein. Aber jede Rückkehr sollte zu deinem jetzigen Leben passen.
Deine Rechte als Mutter und Fachkraft kennen und nutzen
Sobald es um Rückkehr, Stundenumfang und Einsatzbereich geht, wird aus Bauchgefühl schnell Verhandlung. Und genau hier hilft dir eines am meisten: sauberes Wissen über deine Rechte. Wer seine rechtliche Position kennt, spricht ruhiger, klarer und lässt sich weniger leicht mit unverbindlichen Aussagen abspeisen.
Wissen ist Macht – kenne deine rechtlichen Grundlagen für den Wiedereinstieg.
Was dir rechtlich zusteht
Die wichtigsten Punkte solltest du nicht nur grob kennen, sondern so sicher parat haben, dass du sie im Gespräch benennen kannst.
- Vergleichbare Stelle statt beliebiger Rückkehrplatz. Du hast nach dem BEEG einen gesetzlichen Anspruch auf eine vergleichbare Stelle, die deiner bisherigen Qualifikation und Bezahlung entspricht (Einordnung zum Wiedereinstieg in der Pflege). Das heisst: Dein Arbeitgeber muss dir nicht zwingend exakt denselben Arbeitsplatz geben, aber keine deutlich geringerwertige Tätigkeit.
- Teilzeit ist kein Gefallen. Wenn du mehr als sechs Monate im Betrieb warst und das Unternehmen mehr als 15 Mitarbeiter hat, hast du grundsätzlich ein Recht auf Teilzeit, sofern keine dringenden betrieblichen Gründe dagegensprechen (rechtliche Übersicht zum Anspruch nach der Elternzeit).
- Elternzeit und Elterngeld sind nicht dasselbe. Elternzeit kann bis zu drei Jahre pro Kind genommen werden. Elterngeld wird maximal 14 Monate gezahlt, mit Elterngeld Plus sogar bis zu 28 Monate. Während der Elternzeit sind bis zu 32 Stunden pro Woche erlaubt (Überblick für Pflegekräfte zur Elternzeit und Rückkehr).
- Mütter steigen oft nicht sofort wieder voll ein. Die Erwerbstätigenquote von Müttern mit minderjährigen Kindern lag 2023 bei 70 %, bei Vätern bei 92 %. Im ersten Lebensjahr des Kindes ist nur etwa jede neunte Mutter wieder erwerbstätig, im zweiten Lebensjahr kehrt fast die Hälfte zurück (Fakten zur Erwerbstätigkeit von Eltern).
Praktische Regel: Geh nie mit dem Satz ins Gespräch, dass du „mal schauen“ willst, was möglich ist. Geh mit dem Wissen hinein, worauf du Anspruch hast und wo echter Verhandlungsspielraum beginnt.
Wie du dieses Wissen im Alltag nutzt
Recht haben ist das eine. Es sauber umzusetzen, ist das andere. Gerade in der Pflege verschwimmt vieles im Alltag schnell zwischen Stationsbedarf, Teamnot und kurzfristigen Lösungen. Deshalb hilft dir eine einfache Trennung:
| Thema | Was du klären solltest |
|---|---|
| Position | Ist die neue Aufgabe wirklich gleichwertig oder wirst du fachlich heruntergestuft? |
| Arbeitszeit | Wie viele Stunden arbeitest du genau, an welchen Tagen und mit welcher Verlässlichkeit? |
| Dienstzeiten | Gibt es feste Ausschlüsse wie keine Nachtdienste oder keine kurzfristigen Einsätze? |
| Einarbeitung | Wer arbeitet dich ein, wie lange und welche fachlichen Updates bekommst du? |
Besonders wichtig ist die Formulierung. Sag nicht: „Ich würde gern möglichst familienfreundlich arbeiten.“ Sag lieber: „Ich kann ab dem Wiedereinstieg an diesen Tagen arbeiten und brauche dafür verbindliche Dienstzeiten.“
Typische Denkfehler beim Wiedereinstieg
Diese drei Fehler sehe ich besonders oft:
- Rechte mit Rücksicht verwechseln. Rücksicht ist menschlich. Aber wenn du deine Ansprüche nicht aussprichst, plant jemand anders dein Modell.
- Mündliche Zusagen überschätzen. „Das kriegen wir schon hin“ klingt nett, trägt aber nicht durch den ersten Personalausfall.
- Aus schlechtem Gewissen zu schnell zustimmen. Du musst nicht alles sofort abnicken, nur um kooperativ zu wirken.
Wenn du deine Rechte kennst, verändert sich dein Auftreten. Du wirkst nicht fordernd. Du wirkst vorbereitet. Und genau das ist beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit ein echter Vorteil.
Dein Fahrplan für einen stressfreien Wiedereinstieg
Ein guter Wiedereinstieg entsteht selten vier Tage vor dem ersten Dienst. Er wird vorher organisiert. Nicht perfekt, aber früh genug. Gerade in der Pflege entlastet ein klarer Zeitplan enorm, weil du damit nicht alles gleichzeitig lösen musst.
Struktur hilft besonders dann, wenn du fachlich zurück willst, aber dein Alltag zu Hause kaum Puffer hat. In der Pflege zeigt sich immer wieder: Strukturierte Wiedereinstiegsprogramme, die 3 bis 6 Monate vor der Rückkehr mit Beratung und Planung beginnen, erhöhen die Erfolgsquote deutlich. Die 12-Monats-Bindungsquote liegt bei 82 % statt 63 % ohne gezielte Unterstützung. Wo Arbeitgeber so etwas nicht aktiv anbieten, solltest du dir diese Struktur selbst bauen.
Sechs Monate vorher beginnt die eigentliche Rückkehr
Sechs Monate vor deinem geplanten Start solltest du die Richtung festlegen. Nicht jede Einzelheit. Aber die Grundsatzfragen müssen auf den Tisch.
- Entscheide den Rahmen. Willst du in denselben Bereich zurück, in einen anderen Einsatzbereich wechseln oder grundsätzlich neu starten?
- Nimm Kontakt auf. Schreib deiner Leitung oder der Personalabteilung frühzeitig und bitte um ein Rückkehrgespräch.
- Prüfe deine fachliche Sicherheit. Was hat sich verändert? Dokumentation, Standards, digitale Prozesse, Medikamente, Geräte?
- Such dir Begleitung. Ein Mentoring-Programm für Pflegekräfte im Wiedereinstieg kann helfen, wenn du nicht allein sortieren willst, was fachlich und organisatorisch auf dich zukommt.
Ein kurzer Mailtext reicht oft völlig aus:
„Ich plane meinen Wiedereinstieg nach der Elternzeit und möchte frühzeitig die Einsatzmöglichkeiten, den Stundenumfang und eine sinnvolle Einarbeitung besprechen. Bitte schlagen Sie mir einen Gesprächstermin vor.“
Später im Prozess kann auch externer Input hilfreich sein. Dieses Video gibt dir einen guten zusätzlichen Blick auf die Rückkehr in den Beruf:
Drei Monate bis ein Tag vorher wird es konkret
Jetzt geht es nicht mehr um Möglichkeiten, sondern um belastbare Absprachen.
Drei Monate vorher
Hier stellst du die Weichen:
- Teilzeit schriftlich beantragen, wenn du nicht in Vollzeit zurückkehrst
- Kinderbetreuung festzurren, inklusive Plan B für Krankheit oder Ausfälle
- Fortbildungen auswählen, die dir fachlich Sicherheit geben
- Dienstmodell besprechen, nicht nur den Stundenumfang
Ein Monat vorher
Jetzt sollten die offenen Punkte weniger werden:
| Zeitpunkt | Was erledigt sein sollte |
|---|---|
| 1 Monat vorher | Einsatzbereich, Ansprechpartner, Startdatum, Einarbeitung |
| 1 Woche vorher | Teamkontakt, Dienstkleidung, Zugänge, Anfahrt, Betreuungspuffer |
| 1 Tag vorher | Tasche packen, Unterlagen bereitlegen, Morgenroutine testen |
Wenn du vor dem ersten Arbeitstag nicht weisst, wie dein Dienstplan praktisch mit der Kinderbetreuung zusammenpasst, ist nicht dein Zeitmanagement das Problem. Dann fehlt eine tragfähige Absprache.
Am ersten Tag
Starte nicht mit dem Anspruch, sofort wieder in alter Geschwindigkeit zu funktionieren. Starte mit dem Ziel, sicher reinzukommen. Sag offen, wo du ein Update brauchst. Gerade erfahrene Pflegefachkräfte machen oft den Fehler, aus Stolz zu spät nachzufragen.
Ein stressfreier Wiedereinstieg nach der Elternzeit fühlt sich nicht unbedingt leicht an. Aber er fühlt sich geordnet an. Und das macht einen enormen Unterschied.
Das Gespräch mit dem Arbeitgeber souverän meistern
Das Rückkehrgespräch entscheidet oft nicht über deine Rückkehr an sich, sondern über ihre Qualität. Du verhandelst dort nicht nur Stunden. Du verhandelst Planbarkeit, Belastung, Entwicklung und am Ende auch deinen Alltag als Mutter und Pflegefachkraft.
Viele gehen mit einer defensiven Haltung in dieses Gespräch. Sie hoffen auf Verständnis, formulieren vorsichtig und reagieren erst auf Vorschläge des Arbeitgebers. Das ist meist der falsche Start. Besser ist: Du kommst mit einem klaren Modell, das fachlich sinnvoll und organisatorisch tragfähig ist.
Mit klaren Forderungen statt mit vagen Wünschen
Bereite das Gespräch wie ein Fachgespräch vor. Nicht emotional, sondern konkret. Drei Fragen solltest du für dich vorher beantworten:
- Welche Arbeitszeit ist für mich realistisch?
- Welche Dienste sind machbar und welche nicht?
- Welche Bedingungen brauche ich, damit der Wiedereinstieg stabil läuft?
Formulierungen helfen. Zum Beispiel:
- „Ich komme gern zurück, wenn die Arbeitszeiten verbindlich zu meiner Betreuungssituation passen.“
- „Ich kann diese Tage zuverlässig abdecken. Für spontane Zusatzdienste stehe ich nicht regelhaft zur Verfügung.“
- „Ich möchte vor dem Start klären, wie die Einarbeitung organisiert ist und wer meine feste Ansprechperson ist.“
Hilfreich ist auch, nicht nur Probleme zu benennen, sondern Lösungen anzubieten. Wenn du etwa keine Wechselschichten möchtest, sag nicht nur, was nicht geht. Sag, welches Modell stattdessen tragfähig wäre.
Was du niemals nur mündlich klären solltest
Gerade hier passiert der häufigste Fehler. Das Gespräch läuft freundlich, vieles klingt machbar, alle gehen mit gutem Gefühl auseinander. Drei Monate später kippen Dienste, Zuständigkeiten ändern sich, und plötzlich ist von den Zusagen wenig übrig.
Das ist kein Einzelfall. Bei 44 % der zurückkehrenden Pflegekräfte verschlechtern sich die vereinbarten flexiblen Arbeitsbedingungen innerhalb der ersten drei Monate. Deshalb gilt: Alles, was für deinen Alltag entscheidend ist, muss schriftlich festgehalten werden.
Schriftlich ist nicht misstrauisch. Schriftlich ist professionell.
Diese Punkte gehören in eine saubere Bestätigung per Mail oder Zusatzvereinbarung:
- Wo du eingesetzt wirst
- Wie viele Stunden du arbeitest
- Welche Dienste du übernimmst
- Welche Dienste ausgeschlossen sind
- Wie die Einarbeitung aussieht
- Wer dein Ansprechpartner ist
Wenn du unsicher bist, wie du dich im Gespräch positionierst, kann ein Blick auf typische Fragen und Gesprächslogiken aus dem Vorstellungsgespräch für Pflegefachkräfte helfen. Viele Prinzipien gelten auch hier: klar antworten, Beispiele nennen, Konditionen nicht verwässern.
Woran du einen faulen Kompromiss erkennst
Nicht jeder Kompromiss ist schlecht. Aber manche Modelle wirken nur auf dem Papier vernünftig.
Achte auf Warnzeichen:
- „Wir schauen dann mal im Alltag.“ Klingt flexibel, bedeutet oft Unverbindlichkeit.
- „Die ersten Wochen müssen Sie noch etwas mitziehen.“ Oft wird daraus Dauerzustand.
- „Teilzeit ist möglich, aber Schichten bleiben voll flexibel.“ Dann trägt Teilzeit die Belastung nicht automatisch mit.
- „Einarbeitung machen die Kolleginnen nebenbei.“ Das ist für dich und fürs Team riskant.
Ein gutes Gespräch endet nicht mit Harmonie, sondern mit Klarheit. Wenn du den Raum verlässt und genau weisst, was gilt, war es ein gutes Gespräch.
Neue Wege gehen statt alter Kompromisse
Nicht jede Rückkehr in den alten Betrieb ist automatisch die beste Lösung. Gerade in der Pflege merken viele nach der Elternzeit sehr schnell: Das alte Modell war schon vorher grenzwertig, jetzt passt es erst recht nicht mehr. Weniger Stunden bedeuten oft weniger Einkommen. Starre Schichten bleiben starr. Und an der Wertschätzung ändert sich selten etwas, nur weil du eine Zeit weg warst.
Der direkte Vergleich im Pflegealltag
Pflege-Zeitarbeit wird beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit oft zu schnell als Notlösung abgetan. Das halte ich für einen Fehler. Richtig gewählt, kann sie ein sehr bewusster Karriereschritt sein.
| Klassische Rückkehr | Pflege-Zeitarbeit |
|---|---|
| Häufig Rückkehr in alte Teamkonflikte | Neuer Start ohne Vorgeschichte |
| Teilzeit kann das Einkommen spürbar drücken | Höheres Gehalt kann Teilzeit abfedern |
| Dienstpläne richten sich oft primär nach Lücken | Mehr Einfluss auf Verfügbarkeit und Einsatzgestaltung |
| Wertschätzung hängt stark von Haus und Leitung ab | Betreuung durch festen Ansprechpartner möglich |
Der Nachteil gehört aber auch dazu: Zeitarbeit passt nicht zu jeder Kollegin. Du musst Wechsel mögen oder zumindest akzeptieren. Du brauchst eine klare Kommunikation deiner Verfügbarkeiten. Und du solltest einen Anbieter wählen, der wirklich pflegeerfahren arbeitet, statt nur Lücken zu verwalten.
Neue Wege sind nicht automatisch bequemer. Aber sie können deutlich besser zu deinem Leben passen.
Wann Zeitarbeit ein strategischer Schritt sein kann
Besonders sinnvoll ist Zeitarbeit, wenn du nach der Elternzeit drei Dinge suchst: mehr Einkommen, mehr Planbarkeit und weniger Abhängigkeit von einem einzigen Haus. Bei einem spezialisierten Anbieter können die Rahmenbedingungen deutlich attraktiver sein als in vielen klassischen Rückkehrmodellen.
Konkret heisst das bei BREKSTAR: Gehalt von 5.000 bis 7.000 €, Firmenwagen mit Tankkarte, unbefristeter Vertrag, 24/7 Erreichbarkeit und ein persönlicher Ansprechpartner. Gerade für Pflegefachkräfte mit Familienverantwortung ist das kein kleines Detail, sondern ein echter Unterschied im Alltag.
Dazu kommt ein psychologischer Punkt, den viele unterschätzen: Nach der Elternzeit brauchst du nicht nur irgendeinen Arbeitsplatz, sondern ein Modell, das Leistung und Leben zusammenbringt. Wenn du für dich klären willst, wie Belastung, Ehrgeiz und Privatleben wieder zusammenpassen, ist der Beitrag Work-Life-Balance für High Performer eine gute Ergänzung, weil er genau diese Spannung sauber beschreibt.
Für manche ist auch ein kompletter Wechsel aus dem bisherigen Setting sinnvoll. Wer Optionen sondieren will, findet in dieser Übersicht zu alternativen Berufen für Pflegekräfte gute Denkanstösse, falls der alte Bereich nicht mehr zum neuen Alltag passt.
Was gegen Zeitarbeit spricht und was dafür
Damit du sauber abwägen kannst, hier die nüchterne Praxis:
Dafür spricht
- Mehr finanzieller Spielraum, gerade wenn du Stunden reduzierst
- Bessere Flexibilität, wenn Verfügbarkeiten ernst genommen werden
- Professionelle Betreuung, wenn du einen festen Ansprechpartner hast
- Neustart ohne Altlasten, wenn du bewusst Abstand zum alten Umfeld willst
Dagegen spricht
- Wechselnde Einsatzorte können organisatorisch anspruchsvoll sein
- Neue Teams kosten anfangs Energie
- Nicht jeder Anbieter arbeitet verlässlich, deshalb musst du genau prüfen
Zeitarbeit ist also weder Allheilmittel noch Plan B. Für viele erfahrene Pflegefachkräfte ist sie nach der Elternzeit schlicht die klügere Verhandlungsposition.
Organisation ist alles Kinderbetreuung und Weiterbildung
Der beste Arbeitsvertrag bringt dir wenig, wenn morgens schon alles kippt. Beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit entscheidet deshalb nicht nur der Job, sondern das ganze System dahinter. Zwei Dinge tragen dieses System besonders stark: verlässliche Kinderbetreuung und fachliche Sicherheit.
Betreuung muss nicht perfekt sein sondern tragfähig
Viele Mütter setzen sich an dieser Stelle unnötig unter Druck. Die perfekte Betreuungslösung gibt es selten. Entscheidend ist, dass sie im Alltag stabil genug ist.
Hilfreich ist diese Reihenfolge:
- Erst den Arbeitsrahmen klären. Ohne grobe Arbeitszeiten suchst du Betreuung ins Blaue hinein.
- Dann die Hauptlösung festlegen. Kita, Tagesmutter, Familie oder ein Mix daraus.
- Zum Schluss einen Plan B bauen. Krankheit, Schliesszeiten und kurzfristige Ausfälle gehören leider zur Realität.
Wichtig ist auch, nicht nur auf Öffnungszeiten zu schauen. Frag dich lieber: Wer übernimmt im Notfall? Wie lang ist der Weg? Was passiert bei Frühdienst? Wo entstehen jeden Morgen unnötige Reibungsverluste?
Fachlich wieder sicher werden
Viele erfahrene Pflegefachkräfte haben nach der Elternzeit nicht wirklich Wissenslücken, sondern eher das Gefühl, erst wieder in den Tritt kommen zu müssen. Genau da helfen kurze, gezielte Auffrischungen mehr als ein überladener Fortbildungsplan.
Sinnvoll sind vor allem Themen, die sich im Alltag direkt bemerkbar machen:
- Digitale Dokumentation und neue Software
- aktuelle Standards im Einsatzbereich
- Medikations- und Ablaufänderungen
- Kommunikation, Übergabe und Priorisierung unter Zeitdruck
Wenn du dir dafür einen flexiblen Einstieg wünschst, können Online-Fortbildungen für Pflegekräfte praktisch sein, weil du sie mit Familienalltag besser vereinbaren kannst als starre Präsenzformate.
Du musst vor dem ersten Dienst nicht auf dem neuesten Stand in jedem Detail sein. Du musst nur wissen, was du auffrischen solltest und wo du dir Sicherheit holst.
Am Ende zählt nicht, dass dein Wiedereinstieg perfekt aussieht. Er muss zu deinem Leben passen. Wenn Betreuung, Arbeitsmodell und fachliche Vorbereitung zusammenpassen, gehst du nicht nur zurück in den Beruf. Du kommst anders zurück. Klarer, erfahrener und mit besseren Grenzen.
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