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Kleidung für Pflege: Der praktische Leitfaden

Nach der zweiten Körperpflege klebt der Kasack am Rücken, die Hose rutscht beim Lagern und im nächsten Wohnbereich fehlt ein frisches Oberteil. Genau an solchen Tagen merkst du, dass Kleidung für Pflege keine Stilfrage ist. Sie entscheidet darüber, ob du dich frei bewegen kannst, hygienisch sicher arbeitest und dich nach mehreren Stunden noch auf deine eigentliche Aufgabe konzentrierst.

Besonders bei wechselnden Einsätzen in Klinik, Pflegeheim und ambulantem Dienst wird die Kleidung zur organisatorischen Frage. Du musst wissen, was der jeweilige Träger stellt, was als Schutzkleidung gilt, wie getragene Textilien gesammelt werden und welche Regeln für den nächsten Dienst gelten. Dieser Leitfaden ordnet die wichtigsten Entscheidungen aus der Praxis ein, ohne Stoffversprechen und Modebegriffe überzubewerten.

Inhaltsverzeichnis

Wenn die Kleidung im Schichtalltag zur Belastung wird

Die Frühschicht auf einer geriatrischen Station beginnt hektisch. Beim ersten Transfer spannt der Stoff unter den Armen, bei der Körperpflege scheuert die Naht am Hals und nach dem zweiten Bewohner ist der Rücken des Kasacks feucht. Kurz darauf rutscht der Hosenbund beim Lagern nach unten. Die Taschen helfen auch nicht, weil das Smartphone, ein Stift und ein Schlüsselbund darin gegeneinander drücken.

Solche Kleinigkeiten summieren sich. Eine zu enge Schulterpartie begrenzt deine Bewegungsfreiheit, ein steifer Stoff macht jede Drehung beim Transfer unangenehmer und eine schlecht sitzende Hose verändert deine Körperhaltung. Kleidung ersetzt keine ergonomische Arbeitsweise, aber sie kann Bewegungen erleichtern oder unnötig erschweren. Hinweise zur Ergonomie in der Pflege zeigen deshalb nicht nur auf Hebe- und Transfertechniken, sondern auch auf die Bedingungen, unter denen du dich bewegst.

Wo Berufskleidung im Dienst versagt

In Einrichtungen mit wechselnden Temperaturen wird ein dünner Kasack schnell zum Problem. Im warmen Bewohnerzimmer entsteht Hitzestau, im kühleren Flur fehlt eine sinnvolle zusätzliche Schicht. Dazu kommen Gerüche, die sich während einer langen Schicht im Gewebe festsetzen, und sichtbare Flecken, die Angehörige sofort wahrnehmen, selbst wenn die Kleidung formal noch tragbar wäre.

Auch Flüssigkeitsschutz wird oft falsch eingeschätzt. Ein normaler Kasack ist Arbeitskleidung, keine Barriere für jede Kontamination. Bei engem Körperkontakt, Körperflüssigkeiten oder Tätigkeiten mit absehbarer Verschmutzung brauchst du die dafür vorgesehene Schutzkleidung der Einrichtung. Wer stattdessen versucht, eine besonders dicke oder dunkle Uniform als Schutzlösung einzusetzen, löst das eigentliche Problem nicht.

Eine erschöpfte Pflegekraft bei der anstrengenden Betreuung einer pflegebedürftigen Person in einem Krankenhausbett während ihrer Arbeitsschicht.

Praktische Beobachtung: Wenn du während der Schicht ständig am Bund, an den Taschen oder an den Ärmeln ziehst, passt die Kleidung nicht zu deinem Arbeitsablauf.

Warum Auswahl mehr als Komfort bedeutet

Eine funktionale Passform unterstützt dich beim Gehen, Beugen, Lagern und Reichen. Sie kann außerdem verhindern, dass du dich wegen rutschender Kleidung unbewusst verkrampfst. Hygienisch bleibt aber entscheidend, dass die Textilien wasch- und desinfizierbar sind und der Wechsel bei Kontamination sofort erfolgt.

Bei Zeitarbeit kommt eine weitere Belastung hinzu. Du wechselst Teams, Stationen und Hausordnungen. Eine Kleidung, die in einer Einrichtung problemlos funktioniert, kann in der nächsten wegen anderer Taschenregeln, Schutzkittelpflicht oder fehlender Wechselversorgung unpraktisch sein. Deshalb brauchst du nicht die auffälligste Uniform, sondern ein belastbares System aus passender Kleidung, klarer Reserve und einem geregelten Kreislauf.

Was Arbeitskleidung und Schutzkleidung in der Pflege wirklich unterscheidet

Arbeitskleidung und Schutzkleidung haben im Pflegealltag verschiedene Aufgaben. Arbeitskleidung bildet die hygienische Grundausstattung und macht dich als Pflegekraft erkennbar. Schutzkleidung kommt hinzu, sobald eine konkrete Gefährdung für dich oder deine Kleidung absehbar ist. Die Hinweise der BGW zur Bekleidung im Gesundheitsdienst beschreiben Berufskleidung als kurzärmelig, hell sowie wasch- und desinfizierbar. In der Regel wird sie spätestens alle zwei Tage gewechselt, bei Kontamination sofort.

Eine Infografik erklärt die Unterschiede zwischen Arbeitskleidung und Schutzkleidung in der Pflege im Arbeitsalltag.

Private Kleidung und Berufskleidung gehören nicht in denselben Kreislauf. Arbeitskleidung bleibt in der Einrichtung oder wird nur auf dem direkten Weg dorthin getragen. Kontaminierte Textilien werden über den von der Einrichtung festgelegten Weg gesammelt und gereinigt, nicht zu Hause in der eigenen Waschmaschine.

Die Entscheidung im konkreten Einsatz

Für die tägliche Pflege genügt Arbeitskleidung als Grundausstattung, sofern keine zusätzliche Kontamination zu erwarten ist. Bei Isolationspflege, engem Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen brauchst du die dafür vorgesehene Schutzkleidung. Ob Kittel, Schürze, Handschuhe oder weitere Ausstattung erforderlich sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und den Hygieneregeln des Hauses.

Vor Dienstbeginn klärst du fünf Punkte:

  1. Gefährdung klären: Frag, bei welchen Tätigkeiten Kontamination möglich ist.
  2. Kategorien trennen: Kasack und Hose zählen zur Arbeitskleidung, Kittel und Schürze zur Schutzkleidung.
  3. Bereitstellung prüfen: Schutzkleidung muss am Einsatzort verfügbar sein.
  4. Wechselweg kennen: Klär, wo getragene oder kontaminierte Textilien gesammelt werden.
  5. Unterweisung beachten: Hausregeln gelten auch in der Zeitarbeit.

Gerade beim Wechsel zwischen Einrichtungen entstehen sonst Lücken. Eine bereitgelegte Kleidung aus der Vorschicht ist nicht automatisch sauber, passend oder für deinen Bereich vorgesehen. Prüfe die lokale Regelung, bevor du den ersten Patienten versorgst.

Für Zeitarbeitskräfte zählt deshalb ein klarer Kleiderkreislauf: Ausgabe, Nutzung, sofortiger Wechsel bei Kontamination, Rückgabe und Reinigung müssen nachvollziehbar sein. Der Arbeitgeber organisiert Desinfektion und Reinigung. Das gilt auch, wenn der Einsatz über einen Personaldienstleister läuft.

Material, Passform und Funktion richtig auswählen

Die passende Pflegekleidung zeigt sich spätestens beim ersten Transfer. Drückt der Bund, zieht der Stoff an den Schultern oder rutscht der Kasack beim Bücken hoch, kostet das im Dienst Aufmerksamkeit und Beweglichkeit. Material, Schnitt und Einsatzbereich müssen deshalb zusammenpassen.

Baumwolle trägt sich angenehm und kann atmungsaktiv wirken, trocknet je nach Gewebe jedoch langsamer. Beim Waschen sind Form und Einlaufen zu kontrollieren. Polyester-Mischgewebe ist meist strapazierfähig, formstabil und pflegeleicht. Ein Stretch-Anteil erleichtert Bewegungen, darf die Kleidung aber nicht dauerhaft zu eng machen. Für die Ergonomie in der Pflege zählt daher nicht nur das Material, sondern auch der Sitz bei Transfers, Mobilisation und langen Laufwegen.

Antibakterielle Ausrüstungen klingen im Verkauf überzeugend. Sie ersetzen weder den geregelten Wechsel noch ein geeignetes Waschverfahren. Maßgeblich bleiben Pflegeetikett, Herstellerfreigabe und die Vorgaben des Trägers. Für Berufskleidung im Gesundheitswesen empfiehlt das Robert Koch-Institut ein desinfizierendes Waschverfahren bei mindestens 60 °C, wie im Pflegebekleidungs-Ratgeber mit den RKI-Hinweisen zusammengefasst wird.

Vergleich der Materialien

Material Eigenschaften Pflegehinweise Empfehlung
Baumwolle Angenehmes Tragegefühl, häufig gute Feuchtigkeitsaufnahme, kann schwerer trocknen Pflegeetikett beachten, für geeignete Desinfektionsverfahren freigeben Gut für trockene, komfortorientierte Einsätze, wenn der Waschkreislauf passt
Polyester-Mischgewebe Strapazierfähig, formstabil und häufig schnell trocknend Herstellerangaben zu Temperatur und Desinfektion einhalten Praktisch für häufige Wechsel und wechselnde Einrichtungen
Stretch-Mischgewebe Mehr Bewegungsfreiheit an Schulter, Hüfte und Knie Nicht nur auf Elastizität, sondern auch auf Formstabilität achten Sinnvoll bei Transfers, Mobilisation und langen Laufwegen
Spezialausrüstung Kann bestimmte Trageeigenschaften unterstützen Ausrüstung nicht als Ersatz für Hygiene betrachten Nur wählen, wenn Funktion und Aufbereitung nachvollziehbar sind

Passform schlägt Markenversprechen

Regular-Schnitte passen vielen, aber nicht jeder Körperform. Comfort-Schnitte lassen an Bauch, Hüfte und Schultern mehr Raum. Unisex-Modelle vereinfachen die Beschaffung, können bei Taille, Hosenlänge oder Brustpartie aber Kompromisse verlangen. Probiere Kleidung mit typischen Bewegungen an: Arme heben, in die Knie gehen und eine Drehung beim Transfer simulieren.

Eine Schlupfjacke ist schnell angezogen und hat weniger offene Teile. Eine Knopfleiste erleichtert An- und Ausziehen sowie die Anpassung an unterschiedliche Temperaturen. Bei Hosen zählen ein sicherer Bund, Bewegungszonen und Taschen, die beim Sitzen oder Beugen nicht ausleeren.

Auf Intensivstationen sind kurze, funktionale Schnitte und gut erreichbare Taschen praktisch. In der Geriatrie brauchst du Bewegungsfreiheit und haltbare Nähte. In der Psychiatrie können lose Anhänger, herausstehende Kordeln und überfüllte Taschen stören. Im ambulanten Dienst kommen ein gepflegtes Erscheinungsbild, bequemes Sitzen im Fahrzeug und eine klare Trennung zwischen privatem und beruflichem Umfeld hinzu.

Komfort ist kein Luxus. Wenn eine Uniform dich bei jeder Bewegung korrigiert, kostet sie Aufmerksamkeit.

Für wechselnde Einrichtungen empfehle ich schlichtes, belastbares Mischgewebe mit ausreichendem Stretch, sauberer Passform und eindeutigem Pflegeetikett. Wenige verlässlich passende Teile sind oft sinnvoller als ein großer Bestand, der schlecht sitzt oder nicht in den vorgesehenen Aufbereitungskreislauf passt.

Hygiene im Kleidungskreislauf Schritt für Schritt

Der Kleidungskreislauf beginnt nicht bei der Waschmaschine, sondern beim richtigen Wechsel. Sichtbare Kontamination, durchnässte Kleidung oder ein beschädigtes Schutztextil gehören sofort aus dem Einsatz. Arbeitskleidung und Schutzkleidung müssen danach getrennt betrachtet werden, weil beide nicht automatisch denselben Aufbereitungsweg nehmen.

Eine Infografik zeigt den sechsstufigen Hygiene-Kreislauf für medizinische Berufskleidung, vom Tragen bis zur Wiederverwendung in der Klinik.

Der Ablauf im Dienst

Erstens, Verschmutzung erkennen. Prüfe nach engem Patientenkontakt, Körperpflege und Isolationssituationen, ob dein Kasack oder Kittel sichtbar oder wahrscheinlich kontaminiert ist. Bei Kontamination wartest du nicht bis zum Schichtende.

Zweitens, Kleidung sicher ausziehen. Zieh kontaminierte Schutzkleidung so aus, dass die verschmutzte Außenseite möglichst nicht mit Haut oder privater Kleidung in Kontakt kommt. Schüttle Textilien nicht aus, weil du dadurch Partikel verteilen kannst.

Drittens, korrekt sammeln. Gib getragene oder kontaminierte Kleidung in die dafür vorgesehene Sammelbox oder den Wäschesack. Die Grundlagen der Hygiene im Krankenhaus helfen dir, den organisatorischen Zusammenhang zwischen Händehygiene, Flächenschutz und Textilkreislauf einzuordnen.

Viertens, professionell aufbereiten. Für Berufskleidung aus dem Gesundheitswesen empfiehlt das Robert Koch-Institut ein desinfizierendes Waschverfahren bei mindestens 60 °C. Je nach Konzept kommen thermische oder chemothermische Verfahren zum Einsatz. Für bestimmte Verfahren werden in der Fachliteratur als technische Sollwerte 90 °C für mindestens 10 Minuten oder 65 °C für 15 Minuten mit desinfizierendem Waschmittel genannt, wie die DGKH-Ausarbeitung zu Kleidung und Schutzausrüstung beschreibt.

Was in der Praxis nicht funktioniert

Private Wäsche ist kein gleichwertiger Ersatz für einen geprüften Aufbereitungsprozess. In einer Untersuchung von Altenpflegeheimen in Frankfurt am Main lag gebrauchte Kleidung bei median 80 KBE/25 cm², frisch aufbereitete Kleidung bei 2 KBE/25 cm². Privat zu Hause aufbereitete Dienstkleidung lag bei median 16 KBE/25 cm², professionell aufbereitete Kleidung bei 0,5 bis 1 KBE/25 cm². In 27 % der untersuchten Häuser wurden Dienstkleidung und Wäsche privat zu Hause aufbereitet; die privat gewaschene Kleidung war dabei mikrobiell rund achtmal stärker belastet als Wäschereiwäsche.

Daraus folgen klare Regeln:

  • Nicht privat waschen: Kontaminierte Dienstkleidung gehört in den betrieblichen Kreislauf.
  • Nicht mit Privatwäsche mischen: Berufskleidung bleibt getrennt von Handtüchern, Freizeitkleidung und Haushaltswäsche.
  • Nicht im Alltag tragen: Die BGW beschränkt das Tragen auf die Einrichtung und den direkten Weg dorthin.
  • Nicht auf den nächsten Tag verschieben: Bei Kontamination erfolgt der Wechsel sofort.

Gerüche verschwinden nicht zuverlässig durch Parfüm oder Weichspüler. Sie verschwinden durch den passenden Wechsel und die vorgesehene Aufbereitung. Wenn du nach einem Einsatz im ambulanten Dienst nicht direkt in eine Sammelstelle kommst, brauchst du eine vom Arbeitgeber vorgegebene sichere Zwischenlösung. Eigenmächtiges Ablegen im Auto oder in der privaten Tasche ist kein sauberer Kreislauf.

Kosten und Nutzen von Berufskleidung in der Pflege

Im Frühdienst fehlt eine passende Hose, während im Spind nur ein getragenes Oberteil liegt. In wechselnden Einrichtungen der Zeitarbeit wird daraus schnell mehr als ein kleines Ärgernis. Du brauchst genügend Wechselkleidung, einen verlässlichen Rückgabeweg und klare Zuständigkeiten, sonst zahlst du mit Zeit, Geld und unnötigem Stress.

Bei Berufskleidung zählt deshalb nicht nur der Kaufpreis. Zum tatsächlichen Aufwand gehören Anschaffung, Aufbereitung, Reparaturen, Ersatz bei Verschleiß, Lagerung und die Organisation fehlender Wechselkleidung. Eine günstige Hose wird teuer, wenn sie schlecht sitzt, schnell ausleiert oder nicht zum Waschverfahren des Arbeitgebers passt.

Bei kontaminierter Kleidung spricht die fachliche und rechtliche Verantwortung für eine arbeitgeberseitig organisierte Reinigung. Die Bereitstellung der Arbeitskleidung und die Aufbereitung kontaminierter Kleidung müssen im betrieblichen Ablauf geregelt sein. Eine private Lösung taugt hier nicht als einfache Sparvariante.

Modelle im Vergleich

Modell Anschaffung pro Jahr Wäsche & Aufwand Eignung
Gestellte Kleidung Für dich meist keine direkte Anschaffung Wechsel, Ausgabe und Rückgabe nach Hausregel Praktisch, wenn Größen und Reserve verfügbar sind
Eigenmodell Abhängig von Anzahl, Qualität und Ersatzbedarf Du musst Lagerung, Pflege und Wechsel organisieren Nur sinnvoll, wenn der Träger es erlaubt und der Kreislauf klar geregelt ist
Externe Wäscherei Anschaffung kann beim Arbeitgeber liegen Kontrollierte Aufbereitung, definierte Sammel- und Ausgabewege Geeignet für Einrichtungen mit hohem Hygiene- und Wechselbedarf
Zeitarbeitslösung Kleidung kann über den Arbeitgeber bereitgestellt werden Dienstleister organisiert Versorgung und Aufbereitung Interessant bei häufig wechselnden Einsatzorten

Mit mehreren Einsatzorten wächst der Bedarf schnell. Dann brauchst du Reserven, eine praktikable Transportlösung und eine eindeutige Trennung zwischen sauberer, getragener und kontaminierter Kleidung. Gerade in der Zeitarbeit lohnt sich ein Kleiderkreislauf, der Ausgabe, Rückgabe und Nachschub festlegt. Sonst kaufst du doppelt oder schleppst Kleidung unnötig zwischen Einrichtungen hin und her.

Einen pauschalen Betrag für die persönliche Schmerzgrenze gibt es nicht. Träger, Waschmodell, Größe und Einsatzhäufigkeit verändern die Rechnung.

Auch steuerlich solltest du genau bleiben. Beruflich notwendige Kleidung kann anders behandelt werden als private Kleidung, aber nicht jedes Stück wird allein durch den Pflegeberuf automatisch absetzbar. Ein Pflege-Pauschbetrag ersetzt keine Prüfung der konkreten Kosten. Bei Unsicherheit klärst du den Einzelfall mit einer Steuerberatung.

Zeitarbeit als realistische Option für Pflegefachkräfte

Für viele examinierte Pflegefachkräfte ist Zeitarbeit keine Übergangslösung, sondern ein bewusst gewähltes Arbeitsmodell. Du arbeitest in unterschiedlichen Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder ambulanten Diensten und kannst Einsatzort, Dienstplan und Rahmenbedingungen stärker mitgestalten. Der Preis dafür sind wechselnde Teams, neue Abläufe und wiederkehrende Einarbeitung.

Beim Thema Kleidung liegt der Vorteil in der Verantwortungsverteilung. Ein seriös organisierter Personaldienstleister kann die Berufskleidung bereitstellen, den Wechsel organisieren und die Aufbereitung übernehmen. Du musst dann nicht für jeden Einsatzort eigene Kasacks kaufen oder nach einer kontaminierten Schicht die Reinigung zu Hause improvisieren. Entscheidend bleibt, dass du die Hausregeln des jeweiligen Einsatzortes einhältst.

Die Bundesagentur für Arbeit meldete für 2025 in Deutschland rund 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigte Pflegekräfte. Im Jahresdurchschnitt waren rund 60.000 Pflegekräfte arbeitslos gemeldet, was den großen, zugleich vom Fachkräftemangel geprägten Pflegearbeitsmarkt beschreibt, Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen 2025.

Eine Infografik stellt Vorteile und Herausforderungen bei der Zeitarbeit in der Pflege grafisch übersichtlich gegenüber.

Was für dich zählen kann

Bei BREKSTAR gehören laut den vorgegebenen Rahmenbedingungen ein Monatsbrutto von 5.000 bis 7.000 Euro, ein Firmenwagen mit Tankkarte, ein unbefristeter Vertrag, 24/7-Erreichbarkeit und ein persönlicher Ansprechpartner zu den konkreten Vorteilen. Für examinierte Pflegefachkräfte nennt der aktuelle Gehaltsguide zur Pflege-Zeitarbeit ein realistisches Monatsbrutto von 5.000 bis 7.000 Euro und Stundenlöhne von 24 bis 38 Euro, abhängig von Region, Qualifikation und Einsatzgebiet, Gehalts- und Fachkräftedaten im Gesundheitswesen.

Dazu kommen im Alltag mögliche Entlastungen durch gestellte Kleidung, klare Wechselversorgung und weniger private Organisation. Gerade wenn du regelmäßig zwischen Stationen wechselst, kann das mehr wert sein als ein vermeintlich günstiger Eigenkauf.

Die Kehrseite bleibt real

Du musst dich auf neue Dokumentationssysteme, Stationsabläufe und Ansprechpartner einstellen. Nicht jede Einrichtung hat dieselbe Kleiderordnung, dieselben Größen oder denselben Ausgabepunkt. Auch ein guter Ansprechpartner kann dir die Einarbeitung vor Ort nicht vollständig abnehmen.

Die Vor- und Nachteile der Zeitarbeit in der Pflege solltest du deshalb anhand deiner Prioritäten prüfen. Wenn du maximale Routine in einem festen Team suchst, kann eine dauerhafte Stelle besser passen. Wenn du Einkommen, Abwechslung und planbare Unterstützung bei Kleidung und Einsatzorganisation höher gewichtest, ist Zeitarbeit eine ernsthafte Alternative.

Deine Kleidungs-Checkliste für den nächsten Dienst

Vor dem Dienst brauchst du keine komplizierte Materialanalyse. Eine kurze, feste Routine reicht, wenn du sie konsequent durchziehst. Prüfe zuerst den Zustand deiner Kleidung. Flecken, Löcher, ausgerissene Nähte und anhaltender Geruch sind Gründe, das Teil nicht einfach wieder in den Spind zu legen.

Vor der Schicht

  • Kleidung prüfen: Kontrolliere Kasack, Hose und gegebenenfalls Kittel auf Verschleiß, Flecken, Löcher und Geruch.
  • Wechsel bereitlegen: Lagere ein sauberes Ersatzoberteil oder einen vollständigen Wechsel an dem vom Arbeitgeber vorgesehenen Ort.
  • Passform testen: Hebe die Arme, beuge dich und gehe einige Schritte. Nichts darf rutschen oder deine Bewegungen blockieren.
  • Schuhe kontrollieren: Geschlossene Schuhe und eine rutschfeste Sohle gehören zur sicheren Grundausstattung.
  • Hausregel klären: Frag bei einem neuen Einsatz, wo saubere Kleidung ausgegeben und getragene Kleidung gesammelt wird.

Während der Schicht

Bei Körperkontakt, möglicher Kontamination oder Isolierung muss die passende Schutzkleidung griffbereit sein. Ein Schutzkittel oder eine Schürze liegt nicht irgendwo im Nebenraum, wenn du sie unmittelbar brauchst. Lange Haare bindest du zusammen, Schmuck legst du ab und benötigte Kleinteile wie Taschentücher oder das vom Arbeitgeber vorgesehene Händedesinfektionsmittel bleiben erreichbar, ohne die Taschen zu überfüllen.

Wechsle Kleidung sofort, wenn sie kontaminiert ist. Beim Wechsel zwischen Isolierzimmern entscheidest du nicht nach Bequemlichkeit, sondern nach der Vorgabe der Einrichtung. Wenn du schwanger bist oder sich deine Einsatzbedingungen verändern, informiere dich zusätzlich über die betrieblichen Regelungen, etwa mit den Hinweisen zu Schwangerschaft in der Pflege.

Nach der Schicht

  • Wäschesack nutzen: Kontaminierte Kleidung kommt sofort in den vorgesehenen Sack oder Behälter.
  • Nicht schütteln: Rolle oder bewege Textilien nicht unnötig, bevor sie gesammelt sind.
  • Hände und Unterarme reinigen: Führe die vom Betrieb vorgesehene Händehygiene nach dem Auskleiden durch.
  • Schuhe getrennt behandeln: Zieh Arbeitsschuhe aus, bevor du dein Auto betrittst, wenn dies der betrieblichen Regel entspricht.
  • Privatbereich schützen: Nimm Berufskleidung nicht ungeprüft mit nach Hause und wasche sie nicht mit deiner privaten Wäsche.

Für Wechselschichten und Zeitarbeitseinsätze gilt eine zusätzliche Kurzliste: vollständige Ersatzkleidung, passende Schutzkleidung nach Einrichtungsvorgabe, eigener gekennzeichneter Transport für saubere Textilien und keine gemeinsame Nutzung persönlicher Materialien durch Dritte. Bei jedem neuen Haus prüfst du außerdem Ausgabestelle, Sammelbox, Wechselregel und Ansprechpartner.


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