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Auszeit nehmen Psyche: Leitfaden für Pflegekräfte

Du kennst diese Spätschichten: zu wenig Personal, ein krankheitsbedingter Ausfall, mehrere Klingeln gleichzeitig und trotzdem sollst du ruhig, freundlich und fehlerfrei bleiben. Vielleicht gehst du inzwischen mit Druck auf der Brust zur Arbeit, schläfst schlecht und fragst dich, wie lange du diesen Rhythmus noch schaffst. Auszeit nehmen wegen der Psyche ist dann kein Zeichen von Schwäche. Es kann der notwendige Schritt sein, bevor aus dauerhafter Überforderung ein noch längerer Ausfall wird.

Gerade in der Pflege treffen Schichtarbeit, Personalmangel und hohe Verantwortung aufeinander. In einer bundesweiten Befragung berichteten 44 % der Pflegekräfte Symptome emotionaler Erschöpfung. In der ambulanten Pflege lag der Wert bei 50,5 %, in der Krankenhauspflege bei 45,3 % und in Pflegeheimen bei 37,8 %. In der Krankenhauspflege war emotionale Erschöpfung außerdem statistisch mit mehr als zehn Krankheitstagen im Vorjahr verbunden, mit einer Odds Ratio von 2,19. Diese Ergebnisse sind in der Auswertung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin dokumentiert.

Ich schreibe diesen Leitfaden aus der Perspektive einer erfahrenen Pflegekraft, die selbst eine Auszeit gebraucht hat. Nicht jede Pause löst das Problem. Manchmal brauchst du medizinische Begleitung, eine klare Rückkehrplanung oder einen Arbeitsplatz, an dem du nicht sofort wieder in denselben Schichtdruck gerätst. Wichtig ist, dass du deine Belastung ernst nimmst und die nächsten Schritte nicht erst planst, wenn gar nichts mehr geht.

Inhaltsverzeichnis

Wenn der Akku leer ist

Donnerstagabend, Spätdienst. Es ist kurz nach 20 Uhr. Der dritte Patient klingelt, während du bei einer Aufnahme stehst. Eine Kollegin ist krank, die Übergabe für morgen ist noch nicht organisiert und dein Körper fühlt sich an, als hättest du bereits eine Doppelschicht hinter dir. Du atmest flach, wirst bei jeder weiteren Frage gereizter und kontrollierst Medikamente mehrfach, weil du dir selbst nicht mehr vertraust.

So beginnt es oft. Nicht mit einem großen Zusammenbruch, sondern mit vielen kleinen Momenten, in denen du merkst, dass deine bisherige Kraft nicht mehr reicht. Du funktionierst weiter, weil die Patientinnen und Patienten dich brauchen. Gleichzeitig wird der Weg zur Arbeit schwerer, der Schlaf bringt keine Erholung und selbst freie Tage fühlen sich nicht mehr frei an.

Wichtig: Dein Erschöpfungszustand ist kein persönliches Versagen. Er zeigt, dass dein Körper und deine Psyche über längere Zeit mehr tragen mussten, als dauerhaft möglich ist.

Psychische Erkrankungen gehören in Deutschland zu den wichtigsten Treibern von Fehlzeiten. Der DAK-Psychreport 2025 nennt für psychische Erkrankungen rund 323 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte, bei Frauen 431 und bei Männern 266 Fehltage. Die Zusammenfassung der DAK-Daten macht deutlich, dass eine Auszeit wegen psychischer Belastung keine Randerscheinung ist.

Was die Pflege besonders schwierig macht

Du kannst deine Belastung nicht einfach an der Stationstür abgeben. Du trägst Verantwortung für Menschen, musst Entscheidungen treffen und arbeitest häufig gegen die Uhr. Wenn dann noch kurzfristiges Einspringen, wechselnde Teams und fehlende Erholung dazukommen, bleibt kaum Raum, die eigenen Grenzen wahrzunehmen.

Eine Übersichtsarbeit beschreibt Pflegekräfte über verschiedene Versorgungsbereiche hinweg als chronisch gestresst. Die höchsten Stresswerte wurden in der Akutkrankenhauspflege beschrieben, wie die wissenschaftliche Übersicht zu Gesundheitsbelastungen von Pflegekräften zeigt.

Auszeit nehmen wegen der Psyche heißt deshalb nicht automatisch, dass du deinen Beruf aufgeben musst. Es heißt zunächst, die Notbremse zu akzeptieren. Wer sich frühzeitig aus dem Dienst nimmt und Unterstützung organisiert, hat eher die Möglichkeit, die Rückkehr bewusst zu gestalten. Wer dagegen immer wieder über die eigenen Grenzen geht, riskiert, dass der Körper die Entscheidung irgendwann erzwingt.

Wenn du gerade nervlich am Ende bist, musst du dich dafür nicht rechtfertigen. Ein erster Überblick über die eigene Situation kann helfen, die Belastung einzuordnen, etwa anhand von Anzeichen nervlicher Erschöpfung.

Warnsignale erkennen und ehrlich hinschauen

Der schwierigste Schritt ist oft nicht der Termin in der Praxis, sondern die ehrliche Antwort auf die Frage: Wie geht es mir wirklich? Pflegekräfte sind es gewohnt, Belastung auszuhalten. Genau diese Stärke kann zum Problem werden, wenn du Warnzeichen regelmäßig kleinredest.

Ordne deine Beobachtungen in drei Bereiche ein: körperlich, gedanklich sowie sozial und emotional. Du brauchst dafür keine komplizierte Selbstbewertung. Entscheidend ist, ob sich dein Zustand verändert hat und ob Erholung noch funktioniert.

Körperlich

Vielleicht bist du ständig müde, schläfst aber trotzdem schlecht. Verspannungen, Magenprobleme, Herzrasen oder häufige Infekte können gleichzeitig auftreten. Auch ein Körper, der sich nach einer freien Nacht nicht erholt anfühlt, verdient Aufmerksamkeit.

Frag dich konkret:

  • Schlaf: Wachst du müder auf, als du abends eingeschlafen bist?
  • Anspannung: Bleibt dein Körper auch nach dem Dienst im Alarmzustand?
  • Belastbarkeit: Reichen kleine zusätzliche Aufgaben aus, damit du dich völlig überfordert fühlst?

Gedanklich

Nach der Schicht läuft der Dienst im Kopf weiter. Du gehst Übergaben wieder und wieder durch, grübelst über mögliche Fehler oder planst bereits den nächsten schwierigen Tag. Konzentrationslücken können dazu führen, dass du einfache Abläufe unnötig oft kontrollierst und dich trotzdem unsicher fühlst.

Prüfe, ob du dich noch sammeln kannst. Wird der Weg zur Arbeit jeden Tag schwerer? Sagst du anderen weiterhin, dass alles in Ordnung ist, obwohl du längst merkst, dass diese Aussage nicht stimmt? Wenn Gedanken nur noch um Arbeit, Fehler und das Durchhalten kreisen, reicht ein freier Nachmittag oft nicht mehr aus.

Infografik zur Erkennung von psychischen Warnsignalen in den Bereichen Körper, Gedanken sowie soziale und emotionale Gesundheit.

Sozial und emotional

Gereiztheit ist nicht das einzige Zeichen. Manche Pflegekräfte werden traurig, ziehen sich zurück oder machen zynische Sprüche über Patientinnen und Patienten, obwohl das früher nicht ihrem Umgang entsprach. Schuldgefühle entstehen, weil du glaubst, dem Team, der Familie oder den zu versorgenden Menschen nicht mehr gerecht zu werden.

Frag dich: Siehst du Patientinnen und Patienten zunehmend als Last? Vermeidest du Kolleginnen und Kollegen, weil dir jedes Gespräch zu viel ist? Fühlst du dich innerlich leer oder wechselst du zwischen Wut, Traurigkeit und völliger Gleichgültigkeit?

Wenn du solche Signale benennst, kannst du eine Auszeit planbarer angehen. Wenn du sie verdrängst, nimmt dir dein Körper die Entscheidung oft ab, durch eine Krankschreibung oder einen Zusammenbruch im Dienst. Eine sachliche Einordnung der Belastung findest du auch bei den Informationen zu Burnout in der Pflege.

Den ersten Schritt gehen

Eine Auszeit beginnt nicht mit einem Urlaubsantrag. Sie beginnt mit einem Gespräch, in dem du nicht mehr behauptest, dass du alles im Griff hast. Du musst dabei keinen fertigen Plan vorlegen und auch keine Diagnose nennen.

Wähle eine Person, bei der du nicht funktionieren musst. Das kann dein Partner sein, eine enge Freundin, ein Familienmitglied oder eine Person aus dem beruflichen Umfeld. Sag möglichst konkret, was sich verändert hat: „Ich schlafe kaum noch“, „Ich habe Angst vor jeder Schicht“ oder „Ich kann nach der Arbeit nicht mehr abschalten.“

Dein Plan für die nächsten Tage

  1. Heute benennen: Schreib drei konkrete Beobachtungen auf, die dich beunruhigen. Keine Bewertung, nur Tatsachen aus deinem Alltag.
  2. Morgen anrufen: Informiere eine Vertrauensperson darüber, dass du Unterstützung brauchst. Bitte sie, dich zum Termin zu begleiten oder danach erreichbar zu sein.
  3. Zeitnah Termin suchen: Wende dich an deine Hausarztpraxis oder eine Psychotherapiepraxis. Wenn du keinen zeitnahen Termin findest, kann die Terminservicestelle 116117 bei der Suche unterstützen.
  4. Arbeitsunfähigkeit klären: Besprich in der Praxis, ob eine Krankschreibung oder eine Reha-Empfehlung in deiner Situation sinnvoll ist. Die Entscheidung trifft die behandelnde Person nach deiner individuellen Situation.
  5. Arbeitgeber knapp informieren: Schreib deiner Pflegedienstleitung, dass du ärztliche Hilfe suchst und dich nach dem Termin wieder meldest. Details zu deiner psychischen Situation musst du nicht in einer Nachricht ausbreiten.

Infografik zum ersten Schritt der psychischen Entlastung durch ein offenes Gespräch mit einer vertrauten Person.

Warum eine frühe Klärung wichtig ist

Bei psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeiten geht es häufig nicht um wenige einzelne Tage. Der DAK-Psychreport 2025 weist für 2024 rund 342 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte, eine durchschnittliche Falldauer von 32,9 Tagen und einen Anteil von 7 % der Beschäftigten mit mindestens einer psychisch bedingten Krankschreibung aus. Diese Angaben findest du im DAK-Psychreport 2025 als PDF.

Das bedeutet nicht, dass deine Auszeit genauso lange dauern muss. Es zeigt aber, warum du nicht so tun solltest, als wäre eine kurze Pause automatisch ausreichend. Eine ärztlich dokumentierte Arbeitsunfähigkeit kann dir den nötigen Abstand geben, während du gemeinsam mit der Praxis die nächsten Schritte sortierst.

Plane außerdem nicht nur den ersten freien Tag. Notiere auch, wer deine Post prüft, wie du Termine wahrnimmst und wann du den Kontakt zur Arbeit wieder aufnehmen möchtest. Eine Auszeit wird stabiler, wenn organisatorische Fragen nicht jeden Morgen neue Unruhe auslösen.

Welche Auszeitform passt zu dir

Nicht jede Freistellung passt zu einer psychischen Belastung. Pflegezeit und Familienpflegezeit richten sich in erster Linie nach der Versorgung naher Angehöriger. Eine Reha folgt einem medizinischen beziehungsweise sozialrechtlichen Bedarf, während ein Sabbatical meist eine freiwillige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber ist.

Das Bundesarbeitsministerium beschreibt, dass Beschäftigte unter bestimmten Voraussetzungen über die Pflegezeit bis zu sechs Monate vollständig oder teilweise zur Pflege naher Angehöriger freigestellt werden können. Die Familienpflegezeit kann bis zu 24 Monate mit reduzierter Arbeitszeit ermöglichen. Einzelheiten und Voraussetzungen stehen in den Informationen des Bundesarbeitsministeriums zum Arbeitsrecht.

Auszeitform Dauer Verdienstausfall Eignung
Pflegezeit Bis zu sechs Monate, unter Voraussetzungen Je nach Umfang der Freistellung Wenn die Pflege eines nahen Angehörigen im Mittelpunkt steht
Familienpflegezeit Bis zu 24 Monate mit reduzierter Arbeitszeit, unter Voraussetzungen Einkommen sinkt durch die Arbeitszeitreduzierung Wenn du Angehörige versorgst und weiterarbeiten möchtest
Stationäre oder ambulante Reha Nach medizinischer Bewilligung und individuellem Bedarf Abhängig von Leistungsträger und persönlicher Situation Wenn eine medizinisch begleitete Stabilisierung und Rückkehrplanung erforderlich ist
Sabbatical Individuell vereinbart In der Regel kein reguläres Arbeitsentgelt während der Freistellung Wenn du ausreichend finanziellen Spielraum hast und dein Arbeitgeber zustimmt

Entscheide nicht nur nach der Dauer

Stell dir drei Fragen: Wie stark beeinträchtigt dich die Belastung im Alltag? Musst du zusätzlich einen Angehörigen versorgen? Wie lange kannst du ohne reguläres Einkommen auskommen?

Ein Sabbatical kann attraktiv wirken, weil du selbst über den Zeitpunkt verhandelst. Es ersetzt aber keine medizinische Behandlung und bietet nicht automatisch Schutz, wenn du bereits arbeitsunfähig bist. Pflegezeit hilft dir nicht, wenn die eigene psychische Belastung der eigentliche Grund für die Pause ist. Eine Reha kann dagegen sinnvoll sein, wenn du eine strukturierte fachliche Begleitung brauchst.

Auch die Rückkehr gehört in die Entscheidung. Eine Form, bei der du nur aus dem Dienst verschwindest, aber keinen Plan für Behandlung, Belastungsgrenzen und Wiedereinstieg hast, löst die Ursache nicht. Gerade nach einem Nervenzusammenbruch oder einer schweren Erschöpfung ist Erholungszeit nach einer psychischen Krise nicht mit einem gewöhnlichen Urlaub gleichzusetzen.

Finanzen planen und Sicherheit schaffen

Eine psychische Auszeit wird zusätzlich belastend, wenn du jeden Tag Angst vor den Kontoständen hast. Deshalb gehört die finanzielle Planung so früh wie möglich dazu. Du musst nicht sofort jede Leistung beantragen, aber du solltest wissen, welche Einnahmen und Ausgaben auf dich zukommen.

Beginne mit einer nüchternen Liste. Prüfe, ob du drei Monatsgehälter als Notgroschen auf einem separaten Konto zur Verfügung hast. Diese Rücklage ist kein gesetzlicher Anspruch und keine Garantie, sondern ein persönlicher Sicherheitswert für deine Planung.

Die vier Prüfungen für deine Liquidität

  • Fixkosten erfassen: Schreibe Miete, Strom, Versicherungen, Kredite, Mobilität, Kinderbetreuung und laufende Abos einzeln auf. Streamingdienste wirken klein, summieren sich aber, wenn du viele Verträge parallel bezahlst.
  • Einnahmen klären: Prüfe, welche Lohnersatzleistungen in deiner Situation infrage kommen. Beim Pflegeunterstützungsgeld können unter den gesetzlichen Voraussetzungen bis zu 90 % des Nettoentgelts für zehn Arbeitstage möglich sein. Verlässliche Auskunft erhältst du bei der zuständigen Pflegekasse oder Krankenkasse.
  • Längere Arbeitsunfähigkeit einplanen: Krankengeld kann ab der siebten Woche relevant werden, die konkrete Höhe und Dauer hängen von den gesetzlichen Voraussetzungen und deinem Versicherungsstatus ab. Kläre außerdem, ob Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung eine Rolle spielen.
  • Übergänge absichern: Wenn eine Zeitarbeit-Tätigkeit oder ein Sabbatical endet, kläre frühzeitig einen möglichen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Die Agentur für Arbeit kann dir verbindlich sagen, welche Voraussetzungen in deinem Fall gelten.

Eine Infografik zur Finanzplanung für eine Auszeit, die vier wichtige Schritte von Ersparnissen bis Versicherungsschutz zeigt.

Verträge nicht einfach laufen lassen

Ruf bei Kreditgebern und Versicherungen an, bevor eine Rate ausfällt. Frage, ob sich Zahlungen vorübergehend pausieren oder anpassen lassen. Abos kannst du kündigen oder stilllegen, größere Anschaffungen verschieben.

Auch der Versicherungsschutz verdient Aufmerksamkeit. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Pflegekräfte solltest du Vertragsbedingungen nicht selbst interpretieren, sondern direkt beim Versicherer nachfragen. Besonders bei einer geplanten Auszeit darfst du nicht davon ausgehen, dass alle Absicherungen automatisch unverändert greifen.

Arbeitgebermodell mitdenken

Eine Auszeit kann dir Abstand verschaffen. Sie verändert aber nicht automatisch die Station, die Dienstplanung oder die Führung, in die du zurückkehrst. Wenn genau diese Bedingungen deine Belastung verstärken, solltest du das Arbeitgebermodell bereits während der Planung prüfen.

Die klassische Festanstellung bietet oft Planbarkeit, tarifliche Sicherheit und direkte Schutzrechte. Gleichzeitig bindet sie dich häufig an feste Schichtsysteme, einen bestimmten Standort und eine Dienstplanung, bei der deine Mitsprache begrenzt sein kann. Das kann nach einer Auszeit schwierig werden, wenn du zunächst weniger Nächte, eine feste Station oder verlässlichere Arbeitszeiten brauchst.

Zeitarbeit kann dagegen unterschiedliche Einsätze, mehr Wechselmöglichkeiten und teilweise Pausen zwischen Aufträgen ermöglichen. Der Preis dafür ist Eigenorganisation. Du musst Krankmeldungen, Einsatzwechsel, Urlaubsanspruch und vertragliche Details genau verstehen. Zeitarbeit ist deshalb nicht automatisch leichter, sondern nur dann entlastend, wenn der Anbieter transparent arbeitet und erreichbar bleibt.

Zwei Modelle im direkten Vergleich

Kriterium Festanstellung Zeitarbeit mit BREKSTAR
Arbeitsort Meist dauerhaft an eine Einrichtung gebunden Einsätze in unterschiedlichen Einrichtungen und Fachbereichen
Dienstplanung Häufig durch die Einrichtung vorgegeben Individuelle Abstimmung der Einsatz- und Schichtwünsche möglich
Vertrag Direktvertrag mit Klinik, Pflegeheim oder ambulantem Dienst Unbefristeter Arbeitsvertrag mit dem Personaldienstleister
Vergütung Abhängig von Tarif, Vertrag und Zulagen Bei BREKSTAR werden 5.000 bis 7.000 € genannt, Details hängen vom Einsatz und Vertrag ab, BREKSTAR informiert zur Bewerbung
Mobilität Meist eigener Arbeitsweg Firmenwagen mit Tankkarte kann zur Verfügung stehen
Betreuung Ansprechpartner in der eigenen Einrichtung Persönlicher Ansprechpartner und 24/7-Erreichbarkeit
Risiko Weniger Wechsel, dafür oft weniger Ausweichmöglichkeiten Mehr Organisation und wechselnde Teams

Wann ein Anbieterwechsel sinnvoll sein kann

Ein Wechsel ist kein Ersatz für medizinische Unterstützung. Er kann aber Teil deiner Stabilisierung werden, wenn du nach der Auszeit nicht in dasselbe Muster aus kurzfristigem Einspringen, unplanbaren Schichten und fehlender Mitsprache zurückkehren möchtest.

BREKSTAR Medical GmbH beschäftigt Pflege- und Gesundheitsfachkräfte deutschlandweit mit unbefristeten Verträgen. Genannt werden außerdem ein Firmenwagen mit Tankkarte, ein persönlicher Ansprechpartner, 24/7-Erreichbarkeit und eine Vergütung von 5.000 bis 7.000 €. Prüfe vor einer Entscheidung immer den konkreten Vertrag, den Einsatzort, die Schichtbedingungen und die Regelungen für Krankmeldung und Urlaub.

Rückkehr strategisch vorbereiten

Nach einer längeren Auszeit kann der erste Dienst körperlich fast wie ein Prüfungstag wirken. Eine Kollegin, die beispielhaft acht Wochen pausiert hatte, stand vor ihrer ersten Schicht mit pochendem Herzen auf dem Parkplatz. Sie wusste fachlich, was sie konnte. Trotzdem fühlte sich der Gedanke an Klingeln, Übergabe und Verantwortung überwältigend an.

Ihr Fehler wäre gewesen, einfach wieder mit voller Belastung einzusteigen. Stattdessen führte sie vor der Rückkehr ein Gespräch mit der Leitung und klärte, welche Aufgaben zunächst realistisch waren. Eine Rückkehr ist kein einzelner Termin, sondern ein Prozess, bei dem du Belastungsgrenzen sichtbar machen musst.

Was im BEM geklärt werden kann

Ein Betriebliches Eingliederungsmanagement, kurz BEM, kann helfen, wenn du länger arbeitsunfähig warst. In einem Erstgespräch mit der vorgesetzten Person besprichst du, welche Bedingungen die Rückkehr erleichtern. Je nach Situation können Personalstelle, Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung, Krankenkasse oder ärztliche beziehungsweise therapeutische Begleitung einbezogen werden.

Halte Vereinbarungen schriftlich fest. Dazu können eine feste Station, zunächst keine Nachtdienste, verlässliche Pausen, eine reduzierte Aufgabenbreite oder eine klare Ansprechperson gehören. Du musst nicht deine gesamte Krankengeschichte offenlegen. Entscheidend ist, welche arbeitsbezogenen Anpassungen du brauchst.

Strategische Vorbereitung der Rückkehr nach einer Auszeit durch BEM-Gespräche und stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag.

Stufenweise zurück in den Dienst

Bei der stufenweisen Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell steigert sich die Arbeitszeit nach ärztlicher Abstimmung. Ein möglicher Ablauf kann mit vier Stunden täglich für zwei Wochen beginnen und anschließend angepasst werden. Die konkreten Stunden, Zeiträume und Tätigkeiten werden individuell festgelegt, nicht aus einer allgemeinen Vorlage übernommen.

In der Praxis kann das bedeuten:

  1. Start mit begrenzter Zeit: Du arbeitest zunächst wenige Stunden und beobachtest, wie dein Körper und deine Konzentration reagieren.
  2. Feste Umgebung: Eine feste Station oder ein vertrautes Team reduziert zusätzliche Orientierungslast.
  3. Nachtdienst vorerst pausieren: Nachtarbeit kann zunächst aus dem Plan genommen werden, wenn sie deine Stabilisierung erschwert.
  4. Schrittweise steigern: Erst wenn die aktuelle Stufe tragfähig ist, wird die Belastung erhöht.
  5. Regelmäßig nachjustieren: Du meldest zurück, was funktioniert und wo Grenzen erreicht werden.

Typische Stolperfallen sind ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Team, vorschnelles Einspringen und der Versuch, sofort wieder 100 % zu leisten. Genau das führt häufig zurück in das alte Muster. Die Entscheidungshilfe zur Rückkehr an den Arbeitsplatz betont die Abstimmung zwischen Arzt, Arbeitgeber und häufig auch Krankenkasse sowie stufenweise Modelle wie Hamburger Modell und BEM.

Für Pflegeberufe ist diese Vorbereitung besonders wichtig. Im Gesundheitswesen verzeichnete der DAK-Psychreport 2025 für 2024 rund 476 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte durch psychische Erkrankungen, mehr als im Gesamtmittel. Die Zahl ist ein Hinweis darauf, dass die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen bei der Rückkehr mitgedacht werden müssen. Eine Anpassung des Arbeitsplatzes kann sinnvoller sein als der Versuch, dich selbst wieder an jede Belastung anzupassen.

Wenn du nach der Auszeit weiterhin merkst, dass du den bisherigen Umfang nicht tragen kannst, ist das kein Beweis, dass du gescheitert bist. Die Frage nach der Belastbarkeit nach Burnout braucht eine individuelle, fachlich begleitete Antwort.

Ein beruflicher Neustart kann dabei eine Option sein, wenn die bisherige Einrichtung dauerhaft mit deinen Grenzen kollidiert. BREKSTAR bietet Pflegefachkräften unbefristete Arbeitsverträge, individuell abgestimmte Einsätze, einen persönlichen Ansprechpartner, einen Firmenwagen mit Tankkarte und 24/7-Erreichbarkeit. Wenn du nach deiner Auszeit über einen planbareren Einsatz oder einen Wechsel sprechen möchtest, kannst du dich direkt an BREKSTAR Medical GmbH wenden und einen kostenfreien Erstkontakt anfragen.


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