Ab wie viel ml Drainage ziehen? Ein Leitfaden für die Pflegepraxis 2026

Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine Drainage zu ziehen? Eine der häufigsten Fragen im Pflegealltag, auf die es selten eine pauschale Antwort gibt. Die Lehrbücher geben uns einen groben Richtwert an die Hand: In der Regel gilt eine Fördermenge von unter 30-50 ml pro 24 Stunden als Signal, dass die Wunde heilt und die Drainage bald raus kann. Aber wer in der Praxis steht, weiß: Diese Zahl allein ist nur ein Teil des Puzzles.

Die drei Säulen der Entscheidung zur Drainagenentfernung

Die Entscheidung, eine Drainage sicher zu entfernen, ist eine klinische Kunst, die auf Erfahrung und sorgfältiger Beobachtung beruht. Es ist eben nicht nur das Abarbeiten einer Checkliste. Vielmehr stützt sich eine fundierte Entscheidung auf drei zentrale Säulen: die Fördermenge, die Beschaffenheit des Sekrets und der allgemeine Zustand des Patienten. Nur wenn alle drei Aspekte ein stimmiges, positives Bild ergeben, ist der Moment wirklich gekommen.

Das Timing ist hier alles. Ziehen wir die Drainage zu früh, riskieren wir ein Serom oder Hämatom, was die Wundheilung zurückwirft und die Tür für Infektionen öffnet. Lassen wir sie zu lange liegen, wird sie selbst zur potenziellen Eintrittspforte für Keime. Deine Expertise als Pflegefachkraft ist hier also direkt für den Heilungserfolg des Patienten entscheidend.

Menge, Aussehen und Zustand des Patienten im Blick

Bevor du zur Tat schreitest, gehst du im Kopf (und in der Doku) immer diese drei Punkte durch:

  • Fördermenge: Liegt die Sekretmenge konstant unter dem vom Arzt oder der Klinik definierten Grenzwert? Meistens sind das die bekannten unter 50 ml in 24 Stunden. Aber Vorsicht: Ein plötzlicher Stopp der Förderung ist nicht immer ein gutes Zeichen. Es könnte auch eine Verstopfung der Drainage sein, was eine genaue Prüfung erfordert.
  • Sekretbeschaffenheit: Wie sieht die Flüssigkeit aus? Ideal ist ein klares, seröses (also gelblich-helles) Sekret. Ist es noch stark hämorrhagisch (blutig), eitrig oder trüb, ist die Wundheilung noch nicht weit genug fortgeschritten oder es liegt ein Problem vor. Klares Sekret signalisiert eine unkomplizierte Heilung.
  • Klinischer Zustand: Wie geht es dem Patienten insgesamt? Ist er fieberfrei? Zeigt die Wundumgebung lokale Entzündungszeichen wie starke Rötung, Schwellung oder klagt der Patient über ungewöhnlich starke Schmerzen? Ein guter Allgemeinzustand ist das A und O.

Dieser einfache Entscheidungsbaum fasst die drei Kernfragen – Menge, Sekretklarheit und Fieberfreiheit – perfekt zusammen. Er ist eine super Gedankenstütze, um im oft hektischen Stationsalltag schnell eine erste, sichere Einschätzung zu treffen.

Entscheidungsbaum zur Drainage-Entfernung zeigt Kriterien wie Sekretmenge, -klarheit und Fieberfreiheit für die Entfernung oder Belassung der Drainage.

Die Grafik macht es deutlich: Nur wenn alle drei Kriterien erfüllt sind, ist die Entfernung wirklich sicher. Dieses Vorgehen ist nicht nur Best Practice, sondern entspricht auch höchsten Pflegestandards, wie sie beispielsweise in den Expertenstandards in der Pflege verankert sind. Genau solche professionellen und patientensicheren Abläufe sind es, auf die innovative Arbeitgeber wie Brekstar Medical größten Wert legen. Hier arbeitest du mit modernster Ausstattung und wirst für dein Engagement und deine Expertise hervorragend bezahlt.

Spezifische Richtwerte für Thorax- und Bauchdrainagen

Jeder operative Eingriff folgt seinen eigenen Regeln, und die Frage, ab wie viel ml eine Drainage zu ziehen ist, lässt sich nur im spezifischen Kontext beantworten. Was in der Bauchchirurgie oft eine klare Fördermenge vorgibt, ist bei Thoraxdrainagen wesentlich komplexer. Hier zählt nicht nur das Volumen, sondern vor allem die Dynamik des Luft-Flows.

Eine Krankenschwester prüft medizinische Unterlagen neben Flaschen, mit dem Hinweis 'UNTER 50 ML/24H'.

Genau hier ist deine Expertise als Pflegefachkraft entscheidend, um diese feinen Unterschiede sicher zu bewerten und die Heilung optimal zu unterstützen. Im klinischen Alltag bedeutet das, für verschiedene Fachbereiche ganz unterschiedliche Maßstäbe anzulegen.

Bauchchirurgie und Viszeralchirurgie

In der Viszeralchirurgie – denken wir an Eingriffe wie eine Bauchdeckenstraffung oder Darmresektion – hat die Reduzierung des Infektionsrisikos oberste Priorität. Die Faustregel hier lautet meist: ein Grenzwert von weniger als 30 bis 50 ml pro 24 Stunden.

Dieser Wert ist ein gutes Signal. Er zeigt, dass die primäre Wundsekretion nachlässt und sich kein Serom bildet – also keine Flüssigkeitsansammlung, die ein idealer Nährboden für Bakterien wäre. Bleibt die Fördermenge konstant unter diesem Schwellenwert und ist das Sekret klar-serös, steht der Entfernung nichts mehr im Weg.

Thoraxdrainagen nach Lungenoperationen

Bei Thoraxdrainagen verschiebt sich der Fokus komplett. Die reine Sekretmenge ist hier oft zweitrangig. Viel entscheidender ist der sogenannte Luft-Flow: Entweicht noch Luft aus dem Pleuraspalt? Solange eine signifikante Luftleckage besteht, muss die Drainage liegen bleiben. Nur so bleibt die Lunge entfaltet und ein Pneumothorax wird verhindert.

Moderne digitale Drainagesysteme sind hier ein echter Game-Changer. Sie liefern objektive Daten, messen kontinuierlich den Luft-Flow und visualisieren den Verlauf für uns. Ein über Stunden stabil niedriger Wert ist ein verlässliches Zeichen dafür, dass die Lunge wieder „dicht“ ist.

Diese Systeme ersetzen die alte, subjektive Beurteilung des „Blubberns“ im Wasserschloss durch präzise Messwerte. Eine Studie zu digitalen Drainagesystemen hat gezeigt, dass die Drainage sicher entfernt werden kann, wenn der Flow-Wert erstmals für vier Stunden konstant unter 10 ml/min bleibt. Dieses objektive Kriterium führte zu einer früheren Entfernung und senkte die Komplikationsrate, etwa durch Infektionen, um beeindruckende 25 % im Vergleich zu herkömmlichen Systemen.

Diese Präzision und der Einsatz modernster Technik sind im Pflegealltag unerlässlich. Fortschrittliche Arbeitgeber wie Brekstar Medical fördern genau diese Kompetenzen, da sie wissen, dass exzellente Pflege auf aktuellem Wissen und innovativer Ausstattung basiert. Für spezialisierte Fachkräfte, die in Bereichen wie der Anästhesie- und Intensivpflege arbeiten, ist ein solches Umfeld ideal. Wenn du deine Expertise in einem modernen und wertschätzenden Umfeld einbringen möchtest, findest du in unserem Artikel zur Weiterbildung in der Anästhesie- und Intensivpflege wertvolle Informationen. Bei Brekstar Medical wird dein Fachwissen nicht nur geschätzt, sondern auch überdurchschnittlich vergütet – hier sind Monatsgehälter weit über 5.000 € die Regel, nicht die Ausnahme.

Die professionelle Vorbereitung zur Drainagenentfernung

Eine Drainage zieht man nicht einfach mal so. Die eigentliche Entfernung dauert nur Sekunden, aber der Erfolg dahinter steckt in der Vorbereitung. Eine saubere, professionelle Vorbereitung ist nicht nur dein Schutzschild gegen Risiken, sondern zeigt auch deine Souveränität als Fachkraft. So stellst du sicher, dass alles glattläuft – für dich und vor allem für deinen Patienten.

Ganz am Anfang, noch bevor du ans Material denkst, steht der obligatorische Blick in die Akte: Liegt eine klare ärztliche Anordnung zur Entfernung vor? Das ist keine reine Formsache, sondern deine rechtliche Absicherung. Sind die Kriterien erfüllt? Ist die Fördermenge, zum Beispiel, nachweislich unter den geforderten 50 ml und ist das auch so dokumentiert? Erst wenn hier alles passt, geht es weiter.

Der Schlüssel zum Erfolg: Das Gespräch mit dem Patienten

Jetzt richtet sich der Fokus auf den Menschen im Bett. Eine gute, verständliche Aufklärung ist Gold wert. Viele Patienten haben ein mulmiges Gefühl oder sogar richtig Angst vor dem Moment des Ziehens. Deine Aufgabe ist es, diese Unsicherheit mit ein paar klaren, ruhigen Worten aufzufangen.

Erkläre kurz und knackig, was passiert:

  • Was genau machst du gleich? "Ich löse den kleinen Faden, mit dem die Drainage an der Haut befestigt ist, und ziehe sie dann zügig heraus."
  • Was wird der Patient spüren? Sei ehrlich. Ein kurzes, ziehendes Gefühl oder ein seltsamer Druck ist normal. Echte Schmerzen sind aber die absolute Ausnahme.
  • Wie kann der Patient mithelfen? Gib eine konkrete Anweisung. Eine einfache Atemtechnik wirkt oft Wunder. Sag zum Beispiel: "Wenn ich so weit bin, atmen Sie einmal tief ein und halten dann kurz die Luft an. Das entspannt die Bauchdecke und macht es viel einfacher."

Ein gut informierter Patient ist ein kooperativer Patient. Dieser kleine Moment des Gesprächs macht den gesamten Ablauf für euch beide stressfreier und sicherer. Genau diese Art der patientenzentrierten Pflege ist es, die moderne Arbeitgeber wie Brekstar Medical leben und fördern – hier weiß man, dass fachliches Können und soziale Kompetenz zusammengehören. Eine vorausschauende Pflegeplanung nach AEDL plant solche kommunikativen Aspekte von vornherein mit ein.

Dein Patient ist dein wichtigster Partner bei diesem Manöver. Die eine Minute, die du dir für ein gutes Gespräch nimmst, reduziert nicht nur seine Angst, sondern minimiert auch das Risiko von Komplikationen.

Alles griffbereit: Die Materialvorbereitung

Sobald der Patient im Bilde ist, kümmerst du dich um dein Arbeitsfeld. Wer hier strukturiert vorgeht, vermeidet Hektik und Fehler. Denk immer daran, streng aseptisch zu arbeiten, um keine Keime in die Wunde zu bringen.

Auf deinem Tablett sollte alles parat liegen:

  • Ein unsteriles Tablett als saubere Ablagefläche.
  • Händedesinfektionsmittel und Schutzhandschuhe (ein Paar unsterile für die Vorbereitung, ein Paar sterile für den Eingriff selbst).
  • Wunddesinfektionsmittel und sterile Tupfer oder Kompressen.
  • Ein steriles Nahtentfernungsset, meist mit Pinzette und Fadenmesser oder einer kleinen Schere.
  • Steriles Verbandsmaterial für danach – passende Kompressen und ein guter Pflasterverband oder eine sterile Wundauflage.
  • Ein Abwurfbehälter für die gebrauchte Drainage, die Klinge und anderen Abfall.

Ein schneller Blick auf die Verpackungen verrät dir, ob alles steril und das Verfallsdatum nicht überschritten ist. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz ist kein Selbstzweck – er ist ein Ausdruck deiner Professionalität und die Basis für einen sicheren Ablauf.

Die Drainage sicher und schmerzarm entfernen

Der Moment, in dem du eine Drainage ziehst, ist ein echtes Zusammenspiel aus Konzentration, Technik und natürlich Einfühlungsvermögen. Es ist zwar nur ein kurzer Eingriff, aber einer, der den weiteren Heilungsverlauf maßgeblich beeinflusst. Mit der richtigen Vorgehensweise wird dieser Schritt für den Patienten nicht nur sicher, sondern auch so angenehm wie nur irgendwie möglich.

Alles beginnt mit der korrekten Lagerung. Der Patient sollte entspannt liegen, sodass du optimalen Zugang zur Austrittsstelle hast und die umliegende Muskulatur ganz locker ist. Eine bequeme Position minimiert sofort jede Abwehrspannung und erleichtert den gesamten Prozess ungemein.

Vorbereitung der Wunde und des Patienten

Sobald der Patient gut liegt, desinfizierst du die Austrittsstelle und die Haut drumherum großflächig. Nimm dafür sterile Tupfer und denk dran, immer von der Wunde nach außen zu wischen, um keine Keime zu verschleppen. Die Einwirkzeit des Desinfektionsmittels ist hierbei heilig – sie darf auf keinen Fall unterschritten werden.

Jetzt ist der Moment gekommen, die Fadenfixierung zu lösen. Mit einem sterilen Fadenmesser oder einer feinen Schere durchtrennst du ganz vorsichtig die Naht, die die Drainage an der Haut sichert. Geh hier langsam und kontrolliert vor, damit der Patient nicht zusammenzuckt oder du die Haut verletzt.

Gleichzeitig bereitest du den Patienten mental auf den entscheidenden Moment vor. Gib ihm eine klare, einfache Anweisung zur richtigen Atemtechnik.

Profi-Tipp: Sag deinem Patienten, er soll tief einatmen und dann entweder die Luft anhalten oder ganz langsam ausatmen, während du ziehst (das sogenannte Valsalva-Manöver). Dieser simple Trick erhöht den Druck im Bauch- oder Brustraum und verhindert, dass Außenluft in die Wundhöhle gesaugt wird. Das reduziert nicht nur das Risiko eines Pneumothorax bei Thoraxdrainagen, sondern minimiert auch die Schmerzen.

Die Technik des kontrollierten Ziehens

Der eigentliche Zug sollte zügig, gleichmäßig und ohne jedes Zögern erfolgen. Ein zu langsames Vorgehen ist für den Patienten meist deutlich unangenehmer und steigert das Schmerzempfinden. Fasse die Drainage also nah an der Haut und ziehe sie in einem fließenden, aber kontrollierten Ruck heraus.

Stell dich darauf ein, dass ein leichter Widerstand völlig normal sein kann, besonders wenn die Drainage schon ein paar Tage liegt. Bleib einfach ruhig und setze den Zug fort. Ein schneller, aber beherrschter Ablauf ist der Schlüssel zu einer schmerzarmen Erfahrung.

Sobald die Drainage komplett entfernt ist, geht es direkt mit der Wundversorgung weiter. Drücke eine sterile Kompresse fest auf die Austrittsstelle, um eine eventuelle kleine Nachblutung sofort zu stoppen und die Öffnung zu verschließen.

Wundversorgung nach der Entfernung

In den allermeisten Fällen reicht ein einfacher steriler Kompressionsverband vollkommen aus. Er schützt die kleine Wunde vor Infektionen und fängt Wundsekret auf, das vielleicht noch nachtropft. Dieser Verband bleibt dann typischerweise für 24 bis 48 Stunden auf der Wunde.

Eine zusätzliche Naht ist wirklich nur in seltenen Fällen nötig. Das kann vorkommen, wenn die Austrittsstelle relativ groß ist oder eine Tabaksbeutelnaht vorbereitet wurde, die jetzt nur noch zugezogen werden muss. Die Entscheidung darüber trifft aber in der Regel der Arzt.

Deine technische Sicherheit, gepaart mit einer klaren, beruhigenden Kommunikation, macht hier den entscheidenden Unterschied. Dieses hohe Maß an Professionalität ist in jedem Bereich der Pflege das A und O. Übrigens, die Beherrschung solcher Techniken ist auch für spezialisierte Aufgaben, wie das fachgerechte Absaugen bei einem Tracheostoma, unerlässlich und wird bei einem Top-Arbeitgeber wie Brekstar Medical entsprechend honoriert. Hier erhält eine examinierte Pflegefachkraft im Durchschnitt 5.000 € im Monat, wobei mit Mehrarbeit und Zuschlägen deutlich mehr möglich ist.

Nachsorge und Dokumentation: Wenn die Drainage draußen ist

Die Drainage ist gezogen – ein wichtiger Schritt für den Patienten, aber für dich als Pflegekraft ist die Arbeit hier noch nicht vorbei. Ganz im Gegenteil: Jetzt beginnt die Phase, die echtes Fingerspitzengefühl und einen geschulten Blick erfordert. Eine sorgfältige Nachsorge und lückenlose Dokumentation sind jetzt das A und O, um den Heilungserfolg zu sichern.

Eine medizinische Fachkraft mit Handschuhen beugt sich über eine Patientin auf einer Liege und führt eine schmerzarme Behandlung am Arm durch.

Gerade in den ersten Stunden nach der Entfernung ist eine engmaschige Überwachung entscheidend. Jetzt zählt deine Erfahrung, um kleinste Anzeichen von Komplikationen frühzeitig zu erkennen und schnell zu handeln.

Worauf du jetzt achten musst

Dein Fokus liegt jetzt klar auf der ehemaligen Austrittsstelle und dem allgemeinen Befinden des Patienten. Halte gezielt Ausschau nach diesen Warnzeichen:

  • Nachblutung: Schau dir den Verband genau an. Eine leichte serös-blutige Sekretion ist normal, aber wenn du frisches, hellrotes Blut in größeren Mengen siehst, ist das ein klares Alarmsignal.
  • Serom- oder Hämatombildung: Taste die Wundumgebung vorsichtig ab. Spürst du eine pralle, vielleicht sogar fluktuierende Schwellung? Das könnte auf eine Ansammlung von Wundflüssigkeit (Serom) oder Blut (Hämatom) hindeuten.
  • Infektionszeichen: In den nächsten Tagen sind die klassischen Entzündungszeichen relevant: zunehmende Rötung, Überwärmung, Schwellung oder gar eitrige Absonderungen.

Diese aufmerksame Beobachtung ist der Schlüssel, um rechtzeitig eingreifen zu können. Bei modernen Arbeitgebern wie Brekstar Medical wird genau diese Fähigkeit, klinische Zeichen präzise zu deuten und vorausschauend zu handeln, besonders wertgeschätzt. Ein solches Engagement ermöglicht nicht nur beste Patientenversorgung, sondern auch eine Vergütung, die deine Leistung anerkennt.

Lückenlose Dokumentation – dein Qualitätsmerkmal

Eine präzise Dokumentation ist weit mehr als nur Bürokratie. Sie ist das Fundament für die pflegerische Kontinuität und gleichzeitig deine rechtliche Absicherung. Sie zeigt schwarz auf weiß, dass du professionell und nachvollziehbar arbeitest.

Aktuelle Daten zeigen, wie wichtig das richtige Timing ist. In der Viszeralchirurgie wird in Deutschland empfohlen, postoperative Drainagen bei einer Fördermenge von unter 50–100 ml pro Tag zu entfernen, um das Infektionsrisiko zu senken. Dieses Vorgehen reduzierte in einer großen Kohorte die Wundinfektionsrate von 18 % auf nur noch 7,2 %. Wenn dich die Hintergründe interessieren, findest du mehr dazu in diesem Heilmittelbericht.

Diese Punkte gehören unbedingt in deinen Pflegebericht:

  • Zeitpunkt: Das genaue Datum und die Uhrzeit der Entfernung.
  • Fördermenge: Die exakte Menge des Sekrets der letzten 24 Stunden, z. B. „35 ml“.
  • Sekretbeschaffenheit: Eine kurze, aber präzise Beschreibung, z. B. „serös, klar“.
  • Zustand der Austrittsstelle: Vermerke wie „reizlos“ und beschreibe den angelegten Verband.
  • Patientenreaktion: Notiere, wie der Patient die Prozedur aufgenommen hat, z. B. „gut toleriert, kaum Schmerzen geäußert“.

Eine exzellente Dokumentation ist deine Visitenkarte. Sie beweist deine Sorgfalt und ist ein entscheidender Baustein für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung.

Das Wissen, ab wie viel ml eine Drainage zu ziehen ist, und die Fähigkeit zur präzisen Nachsorge sind essenziell. Möchtest du dein Wissen zur Dokumentation noch weiter vertiefen? Wertvolle Beispiele für Pflegeberichte findest du in unserem Blog.

Umgang mit Komplikationen und Sonderfällen

Auch bei aller Routine und größter Sorgfalt im Pflegealltag kann immer mal etwas schiefgehen. Genau in diesen Momenten zeigt sich deine wahre Professionalität als Pflegekraft – wenn du souverän und sicher reagierst. Lass uns mal anschauen, was bei den häufigsten Komplikationen zu tun ist, damit du immer Herr oder Frau der Lage bleibst.

Krankenschwester dokumentiert die Nachsorge auf einem Tablet für einen Patienten im Krankenhausbett.

Was also tun, wenn eine Drainage versehentlich verrutscht? Wie reagierst du bei Anzeichen einer aufsteigenden Infektion oder wenn die Fördermenge plötzlich explodiert? Dieses Fachwissen ist Gold wert und stärkt deine Kompetenz, Probleme im Keim zu ersticken. Genau diese Fähigkeit wird bei Top-Arbeitgebern wie Brekstar Medical besonders geschätzt, wo dein Können mit einem Spitzengehalt und besten Arbeitsbedingungen belohnt wird.

Sofortmaßnahmen bei typischen Problemen

Wenn es kritisch wird, sind ein kühler Kopf und klares, strukturiertes Handeln gefragt. Jede plötzliche Veränderung bei der Fördermenge ist ein Alarmsignal, das deine sofortige Aufmerksamkeit erfordert.

Hier sind die drei häufigsten Szenarien und was dann zu tun ist:

  • Stark zunehmende Fördermenge: Schießt die Menge plötzlich auf über 100 ml pro Stunde hoch, kann das eine Nachblutung bedeuten. Zögere nicht und informiere sofort den zuständigen Arzt.
  • Plötzlicher Förderstopp: Kein Sekret mehr? Dann prüfe als Erstes den Schlauch auf Knicke. Manchmal blockiert auch ein Gerinnsel den Abfluss.
  • Versehentliche Dislokation: Ist die Drainage aus der Wunde gerutscht, gilt: sofort die Austrittsstelle steril abdecken und den Arzt rufen. Auf keinen Fall versuchen, die Drainage selbst zurückzuschieben!

Diese Handlungssicherheit macht den Unterschied. Bei Brekstar Medical wissen wir, was diese Expertise wert ist. Deshalb können Fachkräfte mit Zusatzausbildungen oder langjähriger Erfahrung hier bis zu 10.000 € pro Monat verdienen. Dieser Spitzenverdienst, der Schicht-, Wochenend- und Sonderzulagen umfasst, zeigt, dass wir herausragende Leistung auch herausragend honorieren.

Sonderfall Lymphchirurgie

Ein ganz spezielles Feld ist die Lymphchirurgie, zum Beispiel nach Operationen bei Brustkrebs. Hier gelten oft ganz andere Regeln und die Grenzwerte für die Entfernung sind deutlich niedriger.

Gerade in der onkologischen Pflege, die bei rund 60.000 Brustkrebs-Neuerkrankungen jährlich in Deutschland eine riesige Rolle spielt, wird die Drainage oft schon bei Fördermengen unter 20–50 ml pro Tag entfernt. Das frühe Ziehen ist hier extrem wichtig, um das Risiko für sekundäre Lymphödeme zu minimieren, die immerhin bei 8,4 % bis 33 % der Patientinnen auftreten. Wenn du tiefer in das Thema eintauchen willst, findest du hier spannende Studienergebnisse zur Lymphdrainage-Therapie.

Wichtig: Gerade bei Drainagen in der Lymphchirurgie ist die exakte ärztliche Anordnung das A und O. Die Grenzwerte können hier stark von den üblichen Standards abweichen, also immer genau hinschauen

Fragen aus der Praxis: Was Pflegekräfte wirklich wissen wollen

Im Pflegealltag rund um das Ziehen von Drainagen tauchen immer wieder dieselben Fragen auf. Hier habe ich die häufigsten für dich gesammelt und beantworte sie kurz und knackig – als schnelle Hilfe für den Stationsalltag.

Was passiert, wenn eine Drainage zu früh gezogen wird?

Zieht man eine Drainage zu früh, ist der Schuss oft nach hinten losgegangen. Das Wundsekret, das eigentlich ablaufen sollte, sammelt sich im Gewebe an. Das Ergebnis kann ein Serom oder Hämatom sein, was nicht nur unschön ist, sondern auch ein idealer Nährboden für Keime ist.

Das Infektionsrisiko steigt dadurch deutlich und die Wundheilung verzögert sich. Deshalb ist es so wichtig, die Wunde nach der Entfernung im Auge zu behalten. Bei Anzeichen wie Schwellung, starker Rötung oder zunehmenden Schmerzen muss sofort der Arzt informiert werden. Meist muss die Flüssigkeit dann punktiert werden.

Tut das Ziehen einer Drainage immer weh?

Das ist von Patient zu Patient total unterschiedlich. Die meisten beschreiben es als ein kurzes, intensives Ziehen – unangenehm, aber meist nicht als starken Schmerz. Deine professionelle Vorbereitung ist hier wirklich alles! Erkläre dem Patienten genau, was gleich passiert, und gib ihm einfache Anweisungen zur Atmung. Oft hilft es schon, wenn er beim Ziehen tief ausatmet.

Ein zügiges, aber kontrolliertes Vorgehen macht es für den Patienten erträglicher. In seltenen Fällen und nur nach ärztlicher Anordnung kann man vorab auch ein leichtes Schmerzmittel geben.

Wie lange muss der Verband auf der Wunde bleiben?

In der Regel bleibt ein steriler Verband für 24 bis 48 Stunden auf der Austrittsstelle. Das ist ein wichtiger Schutz, der die kleine Wunde vor Keimen abschirmt und ihr genug Zeit gibt, sich von selbst sicher zu verschließen.

Danach kann die Stelle meistens an der Luft weiterheilen. Sollte die Wunde aber nachnässen oder sich röten, muss natürlich ein neuer Verband drauf. Halte dich hier am besten immer an die Standards, die bei euch im Haus gelten.

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